Als Trudie Götz 1973 in Liestal bei Basel ihr erstes Geschäft eröffnete, war sie ihrer Zeit weit voraus. Ihr Konzept: die Designer der exklusivsten Modehäuser unter einem Dach zu präsentieren.

WOMEN IN BUSINESS: Woher kommt Ihre Faszination für Mode? Trudie Götz: Meine liebe Mama hatte die besondere Gabe, mir meine Wünsche von den Augen abzulesen und, da sie Näherin war, diese auch zu erfüllen. Somit durfte ich immer die schönsten Kleider tragen und mein Auge wurde als kleines Kind schon geschult. Die Faszination für Kleidung wurde mir, sozusagen, in die Wiege gelegt und ich habe damals schon gelernt, sorgfältig mit den schönen Dingen des Lebens umzugehen.

Einen Teil ihrer Geschäfte haben Sie übergeben. Was waren Ihre Beweggründe? Abgegeben habe ich nur die Monobrand Stores. Aufgrund meiner jahrzehntelangen Erfahrung erkenne ich Designer Kollektionen schon sehr früh und habe die Mittel, diese auch entsprechend zu unterstützen und zu fördern, indem ich allen eine Plattform in meinen Geschäften biete. Den Wunsch nach einer eigenen Location hatte ich einigen Brands erfüllt. Mir wurde aber irgendwann bewusst, dass mit einem Monobrand Store jegliche Individualität verloren geht und dies nicht meiner Philosophie entspricht. Ich möchte meinen Kunden die Freiheit bieten, sich ihre Lieblingsstücke bei mir aussuchen zu können und sie beliebig miteinander zu kombinieren, so wie ich es auch erlebe.

Sie haben die «Trudie Götz Stiftung Tiere und Kinder in Not» gegründet. Was war Ihre Motivation? «SAVING LIVES IS CHANGING LIVES» – dieses Statement, das Balenciaga in dieser Saison als Motto benutzt, sagt eigentlich alles aus. Mein Engagement entsteht aus dem Verlangen, zu unterstützen und zu fördern.

Und was sind Ihre Projekte? Ich habe in Frankreich von einem Schweizer Hundezüchter, der aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, ein Anwesen kaufen können. Dieses habe ich entsprechend umgebaut und eine Auffangstation für Hunde aufgebaut. Diese werden dort aufgepäppelt und an passende Familien vermittelt. Doch mittlerweile ist es zu einem Paradies für viele andere Tiere wie Katzen, Esel, Pferde, Ziegen und so weiter geworden.

Werden Sie sich irgendwann ganz aus der Modewelt zurückziehen? Das kann ich mir nicht vorstellen und das habe ich auch nicht vor.

Verraten Sie uns Ihre Pläne für die Zukunft? Mein Wunsch ist es, zusammen mit meinem Team auch weiterhin immer eine Nasenlänge voraus sein zu können. Meine Geschäfte sind meine Wurzeln und mein Lebenselixier. Das gibt mir die Energie für alles, was ich tue. Ich bin voller Tatendrang und immer für Überraschungen gut!

Trudie Götz:

Als Trudie Götz 1973 in Liestal bei Basel ihr erstes Geschäft namens «Trois Pommes» eröffnete, war sie Ihrer Zeit weit voraus. Ihr Konzept: Die Designer der exklusivsten Modehäuser unter einem Dach zu präsentieren. Damit begann ihre Erfolgsgeschichte: Heute ist sie Chefin über aktuell 20 Boutiquen.


Abo WIB in deinem Postfach Jetzt abonnieren
Die nächste WOMEN IN BUSINESS Ausgabe wird am 21.11.2019 lanciert
Anzeige

Leave a Reply

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
×