Für die slowenische Designerin Nika Zupanc ist Design ein subtil subversiver Akt. Kraft trifft auf Zartheit, Funktionalität auf Schönheit. Ihr Porsche Art Car illustriert ihre Haltung ebenso wie ihre Möbel und Accessoires. Ein Gespräch darüber, wie aus Gegensätzen Gestaltung entsteht, über Teamwork und den Nutzen des Alleinseins.

WOMEN IN BUSINESS: Woran arbeiten Sie zurzeit?
Nika Zupanc:
Momentan bin ich damit beschäftigt, Projekte für verschiedene Marken zu entwickeln, darunter Möbel und Objekte. Aber sie sind noch nicht spruchreif. Andererseits erarbeite ich die Markenidentität für eine Brillengeschäft-Kette in Slowenien. Das Konzept ist modular, damit es sich an unterschiedliche Standorte anpassen kann.

Seit der «Lolia Lamp» vor 17 Jahren haben Sie Möbel, Objekte, sogar einen Porsche Art Car gestaltet und jetzt ein Brillengeschäft. Ihre Arbeit ist sehr vielfältig. Wo ist der rote Faden?
Am Anfang steht immer die Funktion – und der Wunsch, den Alltag zu bereichern. Design kann Geschichten erzählen, gesellschaftliche Fragen aufgreifen, Werte ausdrücken, Menschen zum Nachdenken bringen. Die «Lolita Lamp» war riskant, denn damals galt Pink noch als Tabu. Aber Moooi liebte es, zu provozieren und gab mir eine Bühne. Ich erinnere mich an den Titel im Katalog: Who is afraid of Pink? Heute ist Pink allgegenwärtig. Für mich ist es aber schön zu wissen, dass ich zur Veränderung dieser Wahrnehmung beigetragen habe.

Nebst ganzen Kollektionen entwerfen Sie auch kostspieligere limitierte Editionen. Ist das Geschäftskalkül?
Nein, das sind meine Forschungsfelder. Sie erlauben mir, zu experimentieren. Letztlich steckt hinter jedem Objekt eine sehr rationale Herangehensweise –– es geht um Materialien, Kosten, Produktionsprozesse. Doch Rationalität und Verspieltheit schliessen sich nicht aus. Verspieltheit führt oft zu neuen Lösungen – gestützt auf rationales Denken.

Sie haben für Porsche das Modell 911 mit einem opulenten Rosendesign gestaltet. Welche Idee steckte dahinter?
Porsche ist eine starke Marke mit langer Geschichte. Für mich war das Projekt deshalb unglaublich spannend. Ich wollte einen anderen Blickwinkel zeigen und neue Emotionen wecken. Die Fülle grosser Rosen auf einem so kraftvollen Auto erzeugt eine Spannung, die ich liebe. Porsche steht für technische Perfektion, und die Rosen für Emotionalität. Für mich sind diese Rosen eine Form subtiler Rebellion – wie schon die «Lolita Lamp» und der «Ribbon Chair».

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe. Bestellen Sie diese in unserem Shop.

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