Géraldine Picaud, CEO von SGS, ist Woman of the Year 2025. In kurzer Zeit hat sie den Inspektionsund Warenprüfkonzern wieder auf Kurs gebracht. Die enorme Energie, die sie persönlich ausstrahlt, überträgt sich nun auch aufs Unternehmen.

WOMEN IN BUSINESS: Géraldine Picaud, im Namen der Women in Business Community gratuliere ich Ihnen ganz herzlich zur Wahl zur Woman of the Year 2025! Es ist das erste Mal, dass Sie auf der Liste stehen, und gleich haben Sie gewonnen. Sind Sie immer so schnell?
Géraldine Picaud: Herzlichen Dank für diese Auszeichnung! Ja, ich bin gerne schnell. Ich treffe Entscheidungen gerne schnell und setze sie auch gerne schnell um. Ich bin sehr stolz auf diese Anerkennung. Bei aller Bescheidenheit denke ich, dass es gut ist, zu zeigen, was Frauen leisten und welche wichtige Rolle sie in Wirtschaft und Gesellschaft spielen.

Sie sind seit März 2024 CEO von SGS, einem internationalen Unternehmen mit langer Tradition, das aber in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist. Können Sie kurz beschreiben, was SGS macht?
Wir stellen keine Produkte her, die man kaufen kann, also kann ich gut verstehen, dass SGS nicht so bekannt ist. Aber was wir tun, ist sehr wichtig für die Menschen: Wir testen, prüfen und zertifizieren Produkte. Wir stellen sicher, dass die Produkte, die für die Endkonsumentinnen und -konsumenten bestimmt sind, den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Wir schauen, dass alle Richtlinien in Bezug auf Konformität und Sicherheit eingehalten werden. Das sind ganz grundlegende Schritte in der Wertschöpfungskette.

Wie profitiere ich als Konsumentin in der Schweiz konkret von Ihrer Geschäftstätigkeit?
Bei jedem einzelnen Produkt, das Sie benutzen. In Ihrem Auto zum Beispiel gibt es eine Menge vernetzter Geräte. Sie wollen keine Probleme mit der Elektronik haben, wollen nicht, dass Ihr Auto gehackt werden kann. Oder das Joghurt, dass Sie zum Frühstück essen: Wir sorgen dafür, dass es keine Salmonellen enthält. Wenn Sie sich gegen Grippe impfen lassen, sind Sie froh, wenn die Impfstoffe getestet und sicher sind. Als Konsumentinnen sind wir fast immer auch globale Konsumentinnen. SGS arbeitet global, wir testen überall. Wenn Sie also ein Produkt exportieren möchten, muss das vor dem Export getestet und zertifiziert werden; es muss den Vorschriften des Bestimmungslands entsprechen.

Laut der «Strategie 27» will SGS das Wachstum vorantreiben. Wo wollen Sie wachsen?
Wir haben schon viel erreicht. Es gibt viele Faktoren, die das Wachstum der Branche fördern. Manche Produzenten wollen ihre Qualitätskontrolle auslagern. In vielen Ländern gibt es Bestrebungen, die Regulationen zu verschärfen, um die Konsumenten besser zu schützen. Das alles zahlt auf unser Geschäftsfeld TIC –Tests, Inspektionen und Zertifizierungen – ein. Darüber hinaus gibt es immer mehr KI, Automatisierung und Konnektivität. Auch das ist eine sehr grosse Quelle für unser Wachstum.

Aber worauf beruht die Strategie 27 genau?
Es sind drei Säulen: Wachstum, Leistung und Agilität sowie ein solides Finanzprofil. Bei der ersten Säule, dem Wachstum, möchte ich, dass wir als Branchenführer schneller wachsen als die Branche. Das will ich mit der Konzentration auf wachstumsstarke Segmente erreichen. In erster Linie ist das die Nachhaltigkeit, und mit Nachhaltigkeit meine ich alles von der Energiewende über erneuerbare Energien bis hin zur Qualität dessen, was wir essen, trinken und anziehen. Wir wollen keine Schwermetalle. Wir wollen kein Mikroplastik im Wasser. Wir wollen keine PFAS. Der Bereich Nachhaltigkeit wächst um 20 Prozent. Wenn wir also mehr Dienstleistungen in diesem Bereich anbieten, können wir eine sehr starke Nachfrage auffangen und schneller wachsen. Dasselbe gilt für das digitale Vertrauen.

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe. Bestellen Sie diese in unserem Shop.

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