Barbara Corti, Partnerin bei Hauser & Wirth, bewegt sich seit 20 Jahren mit sicherem Gespür zwischen Künstlern, Sammlerinnen und globalen Kunstzentren. Ein Gespräch über die Aura von Kunst, über Vertrauen und Verantwortung – und darüber, warum Intuition ihr wichtigstes Kapital ist.

WOMEN IN BUSINESS: Sie haben wohl einen der begehrtesten Jobs in der internationalen Galerienwelt. Was hat Sie ursprünglich in die Welt der Kunst gezogen?
Barbara Corti: Kunst hat mich schon immer interessiert. Das Haus meiner Grossmutter väterlicherseits war voll von Kunstbüchern, die ich verschlang. Schon früh wusste ich, dass ich irgendwann gerne mit Kunst arbeiten würde. Ich musste nur meinen Weg dorthin finden.

Sie arbeiteten zunächst in der Werbung. Wie ist Ihnen der Wechsel in die Kunst gelungen?
Noch während ich als Werbeberaterin arbeitete, absolvierte ich ein Kulturmanagementstudium. Und dann braucht es auch ein bisschen Glück im Leben. Bei Hauser & Wirth kam gerade jemand nicht mehr aus dem Mutterschaftsurlaub zurück und ich übernahm die Rolle der Artist Liaison und betreute direkt Künstler und Künstlerinnen.

Sie bekamen also gleich direkten Einblick in die Produktion. Mit wem haben Sie damals gearbeitet?
Mit Berlinde De Bruyckere, Mary Heilmann, Andy Hope, Pipilotti Rist, Christoph Schlingensief und mit Roman Signer. Ich wurde tatsächlich mitten ins Geschehen geworfen. Ein Jahr später zogen mein Mann und ich dann nach New York. Ich begann bei der 303 Gallery, denn Hauser & Wirth hatte damals noch keine Galerie in New York. Wenige Wochen später stand ich an der Frieze-Messe in London und verkaufte Kunst. Daraus wurden sieben Jahre, und als Hauser & Wirth die Chelsea-Galerie im ehemaligen Roxy Space in New York eröffnete, folgten weitere sieben Jahre dort, in denen ich eng mit dem Co-Präsidenten der Galerie, Marc Payot, zusammenarbeitete.

Die europäische Weise unterscheidet sich stark von der amerikanischen. Wie haben Sie die kulturellen Unterschiede empfunden?
In den USA wird impulsiver und schneller Kunst gekauft. In Europa braucht es oft mehr Überzeugungsarbeit, man ist skeptischer, möchte erst Vertrauen aufbauen, nochmals drüber schlafen, was ja auch absolut in Ordnung ist.

Nach der Pandemie kehrten Sie zurück in die Schweiz und sind nun schon seit rund 20 Jahren für Hauser & Wirth im Bereich Sales tätig. Was ist heute – nach all den Jahren – das Interessanteste an Ihrer Arbeit?
Für mich ist das Spannendste, die Brücke zwischen Künstlern und Sammlerinnen zu schlagen. Kein Tag ist wie der andere – es gibt kein Nine-to-five. Ich reise sehr viel und sehr gern, lerne ständig neue Menschen kennen und übersetze zwischen Künstlerinnen und Sammlern – das erfüllt mich jeden Tag und inspiriert mich.

Was gibt Ihnen Kunst persönlich?
Kunst eröffnet eine neue Dimension und schafft eine Welt um einen herum. Ich sammle selbst auch Kunst, sehr intuitiv. Es kommt immer wieder vor, dass ich einem Werk begegne und ich weiss: Das muss zu mir. Dieses intuitive Gefühl kenne ich auch bei Sammlern, die sofort spüren, welches Werk zu ihnen gehört.

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