Wer sein Geld in Objekten wie Gemälde, Skulpturen oder Antiquitäten anlegen möchte – anstelle von Aktien und Anleihen –, sollte Rendite mit Leidenschaft verbinden. Und auch hier sollte man, wie bei jedem anderen Investment, die Spielregeln kennen.

Wer etwas Beständiges sucht, der sollte bevorzugt Kunst kaufen.» Dieses Zitat stammt von keinem Geringeren als von Alan Greenspan, dem früheren Chef der US-Notenbank. Und in der Tat erfreut sich Kunst als Anlageklasse grosser Beliebtheit. 2019 erreichte der weltweite Verkauf von Kunst und Antiquitäten einen geschätzten Wert von 64,1 Milliarden US-Dollar. 82 Prozent der Umsätze stammten aus den USA, Grossbritannien und China. Die Schweiz machte 2 Prozent des globalen Marktes aus. Dabei ging der grösste Teil des Umsatzes auf bestehende Kunden zurück. Doch auch der Anteil an Neukunden wächst. So machten diese 2019 rund 34 Prozent aus, 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Dass Kunst im Trend liegt, zeigt sich auch daran, dass es heute viele junge Sammler gibt, die zwischen 25 und 40 Jahre alt sind.

Leidenschaft und Rendite

Doch was gilt es zu beachten, wenn man sein Geld in Gemälde, Skulpturen oder Uhren anlegen möchte? Um Chancen zu erkennen und zu profitieren, empfiehlt es sich, nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Arbeit zu investieren. Man sollte regel- mässig informiert bleiben, was auf dem Markt läuft, sich mit der Materie auseinandersetzen und Fachwissen aneignen. Kunstmessen, Galeriebesuche oder Auktionen sind gute Orte, um sich kundig zu machen.

Wer in Kunst oder andere Sammlerobjekte investiert, tut dies oft nicht nur aus finanziellen Überlegungen, sondern auch aus ideellen. Neben einem materiellen Wert hat ein Gemälde oder eine Antiquität vor allem einen emotionalen Charakter – und somit auch eine «emotionale» Rendite. Dennoch stellt sich für Investoren die Frage, ob und wie sich mit Kunstwerken Geld verdienen lässt. Denn: Rendite ist bei Kunst schwerer messbar als bei Aktien, deren Entwicklung man an den täglichen Börsenkursen ablesen kann. Fest steht jedenfalls, dass sich der

Kunstmarkt auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten bisher meist robust zeigte.
Für den Erwerb von Kunst und Antiquitäten gibt es verschiedene Vertriebskanäle, wie etwa Galerien, Online-Marktplätze, Messen und Auktionshäuser. Auch sogenannte Kunstfonds stehen Anlegern zur Verfügung. Diese oftmals geschlossenen Fonds fassen Gelder von Anlegern zusammen, um in Kunstwerke zu investieren.

Für Anfänger und Fortgeschrittene

Der Schätzwert eines Kunstwerks sollte am besten durch einen Experten, Kunstberater oder Sachverständigen abgeklärt werden, der aufgrund seiner Berufserfahrung und Marktübersicht eine valide Einschätzung abgeben kann. Insbesondere Neulinge sind gut beraten, auf erfahrene Berater zu setzen. Diese können nicht nur mit Analysen zum Kunstmarkt unterstützen, sondern auch beim Aufbau einer Sammlung oder bei einer Sammlungsergänzung helfen.

Auf jeden Fall bringt Kunst als alternative Geldanlage einen Bonus mit, wie ihn andere Anlageklassen nicht haben: nämlich einen hohen emotionalen und ästhetischen Faktor, der nicht mit Geld zu messen ist.

Darauf sollte man achten

• Verbinden Sie Ihre Leidenschaft für ein Objekt mit dem Wunsch nach Rendite

• Kaufen Sie nichts, was Ihnen nicht wirklich gefällt

• Verfolgen Sie Auktionsergebnisse und lassen Sie sich von Gutachtern und Experten dabei unterstützen, den monetären Wert einzuschätzen

• Verschaffen Sie sich durch Internetrecherche in Datenbanken über Auktionsergebnisse eine Preisübersicht

• Klären Sie steuerliche Aspekte ab

 

0 0 vote
Article Rating

Abo WIB in deinem Postfach Jetzt abonnieren
Die nächste WOMEN IN BUSINESS Ausgabe wird am 5.11.2020 lanciert
Anzeige

×
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x