© Nils Schwarz

Luna, wie bist du zur Schauspielerei gekommen?
Ich habe schon immer gerne Filme geschaut, aber ich hatte nie einen besonderen Bezug zur Schauspielerei. Als ich 14 Jahre alt war, stiess ich per Zufall auf ein ausgeschriebenes Casting für den Film «Amateur Teens». Ich ging hin – ohne Erwartungen oder Ambitionen – ich wollte einfach etwas anderes ausprobieren. Ganz überraschend erhielt ich die Rolle. Und von da an war es geschehen. Ich wusste, Film ist mein Ding, meine Leidenschaft und gleichzeitig eine Art Rettung; ich hatte meine Bestimmung und einen Antrieb gefunden – das mit so jungen Jahren. Ein grosses Glück.

Wie ging es dann weiter?
Nach meinem ersten Film ging ich an die European Film Actor School. Ich bin allerdings immer ein wenig im Zwiespalt mit Schauspielschulen. Natürlich ist es wichtig, die Techniken zu lernen. Gleichzeitig sollte man aber sein natürliches Spiel nicht verlieren. Denn Schauspiel bedeutet, loszulassen und sich vollkommen einer Rolle hinzugeben.

Wie schaffst du das immer wieder aufs Neue?
In neue Rollen zu schlüpfen, ist mein Beruf. Und dafür liebe ich ihn. Es ist jedes Mal eine Herausforderung, sich in eine neue Rolle einzufühlen. Egal wen ich spiele, ob ein Mädchen mit gebrochenem Herzen oder eine Psychopathin, ich liebe diese Person, ich liebe die Rolle und sehe sie als mein Gegenüber mit einer prägenden Vorgeschichte. Dabei entdecke ich immer wieder Neues an mir, neue Gefühlswelten, die ich vorher nicht kannte. Zudem glaube ich, dass dieses Auseinandersetzen mit Rollen auch stark die Empathie und das Verständnis fördert, welche man im Alltag anderen gegenüber mitbringt.

Man merkt, du liebst deinen Beruf. Gibt es auch Kehrseiten?
Natürlich. Für mich gewichtet am stärksten, dass man ständig unterwegs ist, sein Zuhause, Familie und Freunde selten sieht. Am Ende des Tages kann es ein einsamer Beruf sein. Zudem ist es noch heute so, dass man als Schauspieler – oder allgemein als Künstler – oftmals belächelt oder nicht ernst genommen wird. Und das, obschon Film und Kunst im Allgemeinen wichtige Botschaften tragen und vermitteln können.

 

Über Luna Wedler Die 22-Jährige debütierte 2015 in Niklaus Hilbers Film «Amateur Teens». Seither hat Wedler in verschiedenen Kino- und Fernsehproduktionen mitgespielt. Eine erste Hauptrolle besetzte sie 2017 im Film «Blue My Mind» von Lisa Brühlmann. Ab August 2020 spielte Wedler in der Netflix-Serie «Biohackers» mit und wurde ein Jahr später für die weibliche Hauptrolle im Spielfilm «Je suis Karl» für den Deutschen Filmpreis nominiert. Am 14. April 2022 lief ihr neustes Werk im Kino an: «Soul of a Beast» – ein Drama von Lorenz Merz.

 

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