Als Leiterin der Direktion Gesellschaft & Kultur beim Migros-Genossenschafts-Bund verantwortet Mira Song jährlich ein zweistelliges Millionenbudget. 2025 wurde die Migros 100 Jahre alt. Im Jubiläumsjahr ist es Mira Song ein Anliegen, dem Erbe des Gründerpaars Adele und Gottlieb Duttweiler treu zu bleiben und es gleichzeitig weiterzuentwickeln.

WOMEN IN BUSINESS: 2025 feiert die Migros ihr 100-jähriges Bestehen. Ein Werbespot beleuchtet neben Gottlieb Duttweiler auch seine Frau. War Adele Duttweiler auch eine Woman in Business?
Mira Song: Adele hatte eine sehr wichtige Funktion. Zwar stand Gottlieb Duttweiler immer im Vordergrund, aber seine wichtigste Kundengruppe waren die Frauen. Adele kannte also die Marktbedürfnisse und die Zielgruppe. Sie hat Dutti über die Jahre immer eng beraten und war an der Definition der Werte der Migros massgeblich beteiligt. Adele war eine Instanz, die man bei Fragen zur Zielgruppe konsultierte. Zudem war sie ein Wertekompass für das Unternehmen. Es war den Duttweilers schon früh ein Anliegen, auch den Frauen eine Stimme zu geben, etwa durch das Forum elle, gegründet 1957, lange bevor in der Schweiz das Frauenstimmrecht eingeführt wurde.

«Wir haben herausgefunden, dass es eine viel heiklere Aufgabe ist, Geld zu verschenken, als Geld zu verdienen», so Dutti. Nach welchen Prinzipien funktioniert die Geldvergabe heute?
Die Prinzipien zeigen sich in den klaren Richtlinien für die Vergabe. Die Statuten verlangen, dass wir in soziale, kulturelle und wirtschaftspolitische Zwecke investieren, immer in Einklang mit den Werten der Migros, die sich mit den Jahren auch weiterentwickeln. Das Fundament sind die 15 Thesen der Duttweilers. Es geht darum, dass wir relevant bleiben mit unseren Aktivitäten. Werte wie Transparenz, Fairness und die Qualität der unterstützten Projekte sind dabei zentral.

Dutti wollte mit der Migros Brücken bauen zwischen Produzenten und Konsumenten. Was möchten Sie mit dem Migros-Engagement erreichen?
Die Duttweilers wollten gute Qualität zu günstigen Preisen. Die Leute sollten mehr Geld zur Verfügung haben und die Möglichkeit, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Dazu gehörten Bildung und auch Reisen. Sie waren überzeugt, dass wer nur die Grundbedürfnisse abdecken kann, lediglich «vor sich hinvegetiert», so Duttweiler; erst zusätzliche Aktivitäten geben dem Leben auch einen Sinn. Das Leben in der Schweiz sollte für alle lebenswert sein. Heute verfolgen wir in grossen Zügen immer noch denselben Gedanken: Sinnstiftung und Lebensqualität für alle Menschen in der Schweiz stehen im Zentrum unseres Tuns und unseres Angebots. Ein Ansatz dabei ist es einerseits, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, den Menschen anderseits aber auch eine individuelle Entwicklung zu ermöglichen. Dabei verfolgen wir die gesellschaftlichen Entwicklungen ganz genau. Im Moment legen wir einen Fokus auf das Thema Armut und Teilhabe und möchten mit unseren sozialen Projekten für dieses Thema sensibilisieren.

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe. Bestellen Sie diese in unserem Shop.

0 0 votes
Article Rating

Abo WIB in deinem Postfach Jetzt abonnieren
Die nächste WOMEN IN BUSINESS Ausgabe wird am 12.03.2026 lanciert

×
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x