Vier Mal in Folge hat Daniela Ryf den Ironman auf Hawaii gewonnen, das wohl härteste Rennen der Welt. Im Interview spricht sie über Geduld mit sich selbst und was sie wirklich antreibt.

Der Ironman, die härteste Eintagesprüfung, die der Sport zu bieten hat: 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Fahrradfahren und eine Marathondistanz von 42,195 km laufen. Was für die meisten von uns eine unvorstellbare Leistung darstellt, meistert Daniela Ryf in etwas mehr als acht Stunden. Ihr Körper ist dabei der Motor, noch wichtiger ist aber der Geist.

WOMEN IN BUSINESS: Sie sind eine Ausnahmeathletin. Was macht für Sie den entscheidenden Unterschied, dass Sie erfolgreicher sind als manch andere Triathletin?
Daniela Ryf: Mein Durchhaltewille ist sicher entscheidend. Dieser ist mir zu einem gewissen Mass angeboren. Ich glaube aber, dass man lernen kann, mit schwierigen Situationen umzugehen. Vor drei Jahren wurde ich kurz vor dem Start an der Ironman-WM in Hawaii von einer Qualle erwischt, konnte das Rennen trotz anfänglich extremer Schmerzen aber noch gewinnen. Ohne die Erfahrung über die letzten Jahre hätte ich das wohl nicht geschafft. Sie hat mich gelehrt, mit mir selbst geduldig zu sein, denn manchmal zählt nur, nicht aufzugeben.

Wie bleiben Sie langfristig motiviert?
Ich konzentriere mich auf mich und will mich stetig verbessern. Natürlich ist es schön, wenn auch die Resultate stimmen. Doch es gibt immer wieder neue Ziele. 2020 gab es auf der Langstrecke keine Wettkämpfe. Da habe ich mich entschieden, meinen Bachelor in Food Science & Management an der HAFL abzuschliessen. Damit hatte ich ein neues Ziel und eine Ergänzung zum Training. Diese Balance ist wichtig, um langfristig motiviert zu bleiben.

Die Differenz zwischen Frauen und Männern im Ausdauersport wird kleiner. Glauben Sie, dass Frauen die Männer einmal hinter sich lassen können?
Nein, das glaube ich nicht. Die Unterschiede zwischen Frau und Mann sind nach wie vor sehr gross. Ich denke aber, dass die Körper der Frauen besser für Langdistanzen geeignet sind.

Wie haben Sie die Jahre und Erfahrungen im Spitzensport in persönlicher Hinsicht geprägt?
Ironman ist wie ein Leben: lange. Es gibt Hochs und Tiefs mit
verschiedenen Abschnitten. Wenn man etwas erreichen will,
darf man nicht aufgeben – egal, ob im Beruf oder im Sport. Es
geht nichts von heute auf morgen, es braucht Geduld, vor allem Geduld mit sich selbst.

Sie haben sich schon einige Male für die Initiative She’s Mercedes engagiert. Warum sind Ihnen solche Veranstaltungen wichtig?
Mir gefällt der Austausch an den verschiedenen Anlässen. Zum Beispiel im Februar habe ich am letzten She’s Mercedes-Event teilgenommen – einem Winterfahrtraining. 40 Frauen in tollen Autos auf Eis und Schnee: Das war ein Erlebnis. Und die Gespräche untereinander haben uns allen unglaublich gutgetan.

  Die Initiative She’s Mercedes steht für die Idee, dass Inspiration Aussergewöhnliches bewirken kann. Sie bietet Frauen in über 70 Ländern die Möglichkeit, in Kontakt zu kommen und sich gegenseitig zu stärken. Mehr zur Initiative, zum Magazin und zu den Events von She’s Mercedes in der Schweiz finden Sie im Newsletter mercedes-benz.ch/shesnewsletter-de sowie unter mercedes-benz.ch/shes.

 

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